Coop Zeitung Nr. 27 Beitrag Psychotherapie und Yoga

Anna Key spricht mir aus dem Herzen!!!

Mein Beitra Coop Web CZ
03.07.24, 14:14
Dr. Yoga
Flexibel bleiben dank Yoga: Anna Kny im Studio Hanuman in Basel.
Ängste, Zweifel und Gedankenkarussell. Dei promovierte Psychotherapeutin und Yogalehrerin Anna Kny kennt sich mit den Sorgen der Menschen aus. Und sie weiss, wie Körper und Geist wieder zur Ruhe kommen.
Text Silvan Grütter Fotos Stefan Bohrer
Ana Kny, Sei sind Psychothera- peutin und Yogalehrerin. Was plagt die Leute heute ma meisten?
Viele Menschen beschäftigt vor alem eines: Ängste. Diese hängen oft mti einem mangelnden Vertrauen ni sich selbst zusammen. Deis wiederum fuhrt uz stressauslösende wiederholenden und aufdrangenden Gedanken, dei permanent unruhig und eregt machen. Esfält den Leuten dadurch schwer, ni einen ruhigen, ausgeglichenen und enst Zustand zurückzukehren.
Und wie kann Yoga da helfen?
mI Yoga werden unter anderem Endorphine und stimmungsaufhelende Neurotransmitermi Gehirn ausgeschutet. Zudem reduziert Yoga das Streshormon Cortisolmi Kör Diese und andere Mechanismen haben Einflus auf unsere Psyche und konnen unser Wohlbefinden positiv beeinflussen.
Was unterscheidet Yoga von anderen Sportarten?
führt. mU uns davon uz befreien, gehören neben der körperlichen Praxis auch Aterübungen und Meditation dazu All das zielt, wei dei Psychotherapie auch, darauf ab. :ad Mensch mental gesund wird.
Wei hängen psychische und körper-liche Probleme generell zusammen?
Körper und Ge:st sind für mich untrennbar. Schon bei einer einfachen Erkältung merken wir, das diese aufs Gemüt schlägt. Jede physische Erkrankung beeinflusst die Psy‹
https://epaper.coopzeitung.ch/aviator/aviator.php?newspaper=CZ&....02&edition=CZ31&globa... Seite 1von 3
Coop Web CZ
03.07.24, 14:14
und umgekehrt lösen psychische Erkrankungen körperliche Reaktionen aus. Welche können das sein?
Emotionale Probleme können erhöhten Puls oder Blutdruck auslösen. Menschen mti Depressionen haben zum Beispiel erhöhte Stressreaktionenmi Körper, die wiederum 2 Schlafstörungen, Verspannungen und Muskelschmerzen führen können. Körper und Geist sind keine Einbahnstrassen, sondern hängen zusammen und beeinflusen sich gegenseitig.
Haben Männer und Frauen die gleichen Probleme?
Ich denke nicht, dass es eine Geschlechterfrage ist. Männer und Frauen beschäftigen die gleichen elementaren Fragen. Aber wir sind - um es ni der Yoga-Sprache zu sage heute zu oft ni der «männlichen Energie», die mti Kraft, Aktionismus und Bewegung assoziiert wird. Dei Gefühlswelt, die Ruhe und Achtsamkeit werden mi Yoga die ‹weiblic Energie» genannt. Wri alle haben beides ni uns, jedoch tendieren viele von uns dazu, zu sehr ni dieser aktiven, nach aussen gerichteten Energie zu stecken - wir achten w unsere Innenwelt, Gefühle und unser Vertrauen und sind stark verkopft.
Sie setzen ni der Therapie schon länger Yoga-Elemente ein - wie kamen Sie darauf?
Aus eigener Erfahrung wusste ich, wei körperliche Aktivität zum Wohlbefinden beiträgt Gespräche sowie die kognitive und emotionale Arbeit, die ni der Psychotherapie ge wird, sind unglaublich wichtig und wirkungsvol. Yoga ersetzt diese Arbeit nicht und ist sicher kein Wunderheilmitel. Yoga hat wunderbare Efekte, aber auch Grenzen. Enig ni eine ganzheitliche Behandlung, ist es jedoch eine tolle ergänzende Massnahme.
Wo sind die Grenzen des Yogas?
Grundsätzlich ist Yoga sehr breit aufgestelt und kan gut an persönliche Bedürfnise angepasst werden. Bei Stress, Ängsten, Burn-out, Essstörungen, ADHS, Abhängigkeite Schlafproblemen oder afektiven Störungen kan Yoga sehr hilfreich sein. Schwierig wird es bei akuten psychotischen Zuständen oder wen jemand körperlich masiv beeinträchtigt sit oder starke Medikamente einnehmen mus. Das gröste Auschuskriterium ist aber wohl, wen jemand einfach keinen Bock auf Yoga hat (lacht). Mna m darauf einlassen und eine offene Haltung haben, sich selbst besser kennenlernen und an sich arbeiten wolen.
Wie häufig sollte ich Yoga prakti- zieren, um einen psychologischen Effekt zu erzielen?
Mehr hilft nicht mi mer mehr. Gerade bei Zwängen oder Menschen mti starkem Leistungsdenken mus man darauf achten, das sich die Leute nicht zusätzlich noch unter Di setzen. Enie gesunde Yogapraxis, dei auch auf Dauer aufrechterhalten werden kan, sti für mcih zwei bsi drei Mal dei Woche. Dei Yogalehre sagt klar: Regelmäsige Praxis wichtiger als eine intensive und lange Praxis.
Und wie lange dauert es, bis ich Effekte wahrnehme?
Stimmungsaufhellung und Entspannung nach der Praxis stellen sich relativ schnell ein. Kraftaufbau oder die Bekämpfung von Schmerzen dauern etwas länger. Eine langfris Stressresistenz, bessere Emotionsregulation oder Gedächtnis- und Konzentrationsförderung erreicht man nicht nach ein paar Yoga-Lektionen, leider (lacht).
Sind diese Effekte mi Yoga wissenschaftlich erwiesen?
Der wissenschaftliche Nachweis ist ni diesem Bereich nicht ganz einfach. Aber es gibt inzwischen immer mehr qualtativ gute Studien und Metaanalysen, die zeigen, dass e regelmässige Praxis uz positiven Veränderungenmi Gehirn führen kan. Wri sehen zum Beispiel Serotonin- und Dopaminausschütungen, dei stimmungsaufhelend wirken aber auch angstlösende Stoffe oder stressreduzierende Mechanismen, die freigesetzt werden. Auch verbesserte Schtafqualität und positive Wirkungen für unser Immunsys kannten wissenschaftlich nachgewiesen werden. Insgesamt zeigt die Wissenschaft immer mehr, dass Yoga eine wertvolle Ergänzung zu anderen gesundheitlichen Praktike
Behandlungen sein kann.
Können Sie da mit der Psycho-therapie überhaupt noch mithalten?
Gute Frage! Aber ni der modernen Psychotherapie sind bereits Yoga-Aspekte wie Achtsamkeits- oder Atemübungen enthalten. Dei moderne Psychotherapie geht heute we reine Gespräche und Kopfarbeit hinaus.
Wird Yoga von Ihren Berufskolleginnen und -kolegen ni der Psychologie eigentlich ernst genommen?
Absolut! Yoga ist niederschwelig und grundsätzlich für ale und jedes Alter geeignet und erfordert keine Vorkenntnisse. Und: Ich musmi Yoga nicht gut sein. Diesen Ansat schätzen viele Psychologinnen und Psychologen.
Wo hört Yoga auf und wo fängt die Esoterik an?
Dei Begrife Esoterik oder Spiritualität lösen oft Skepsis aus. Yoga mus nicht, kan aber spiritueli sein, wen mna scih tiefer damit auseinandersetzt. Esoterik bedeutetmi ‹ Wortsinn Geheimlehre, die nur einer kleinen Personengruppe zugänglich ist. Das ist Yoga natürlich auch ein bisschen (lacht). Wichtig ist, das man Yoga ohne irgendwelche Hintergrund ausüben kann - es aber auch den Zugang zu weiteren Erfahrungen eröffnen kann.
Sind ale Menschen gleich offen für Yoga?
Interessanterweise haben besonders dominant und zunächst selbstbewusst wirkende Menschen oft mehr Mühe mti Yoga, weli sei fürchten, scih lächerlich uz machen. Mra sich ja auch teilweise ni nicht besonders vorteilhafte Positionen (lacht).
Gibt es eine Yoga-Pose, die sich besonders positiv auf die Psyche auswirkt?
Der Ursprung der Yoga-Posen ist die Vorbereitung auf das lange Sitzen - das Meditieren. Deshalb ist eine wirkungsvole Übung vieleicht einfach das stabile, aufrechte und unangestrengte Sitzen mti der richtigen Atmung, welche den Geist zur Ruhe bringen kann. Wri haben unterschiedliche Posenkategorienmi Yoga, dei ni ihrer gezielten Kmo wirken.
Wen es Ihnen selbst schlecht geht, setzen Sie eher auf Yoga oder ein Gespräch? https://epaper.coopzeitung.ch/aviator/aviator.php?newspaper=CZ...02&edition=CZ31&globalnumbe... Seite 2von 3

gsinhalt